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Die
Unterwasser-Archäologie ist noch keine 50 Jahre alt, doch dieser Wissenschaftszweig dürfte der Archäologie
in den nächsten Jahren frische Impulse und viele neue Erkenntnisse geben. Hunderte von Schiffswracks sind
bereits in den letzten Jahren im Mittelmeer gefunden worden. Das erste und einzige Museum für Unterwasser-Archäologie
der Welt in Bodrum zeigt einen spektakulären Fund - das Schiffswrack von Uluburun.
Ein eigens für dieses Wrack gebautes Gebäude wurde der Kreuzritterburg Bodrum angegliedert und präsentiert
nun diese Rarität, das Wrack eines Handelsschiffes aus dem 14. Jahrhundert v.Chr. Es dürfte wohl der
älteste Schiffsfund bis heute überhaupt sein. Ein türkischer Schwammtaucher meldete seine Entdeckung
1982 und "Ausgrabungen" begannen schon kurz darauf unter der Leitung des renommierten Unterwasser-Archäologen
George F. Bass.
Dieses Schiffswrack lieferte den Archäologen nach sorgfältiger Untersuchung eine Fülle von Informationen
über den bereits erstaunlich florierenden Handel im östlichen Mittelmeer der Bronzezeit.
Ende des 2. Jahrtausends v.Chr. nahm der Handel zwischen den Staaten des östlichen Mittelmeerraums erheblich
zu, teils wegen des Bedarfs an Rohstoffen, vor allem Kupfer und Zinn, aus denen man Bronzewerkzeuge und -waffen
herstellte. Auch die Erzeugnisse kunstfertiger Handwerker wurden getauscht, insbesondere zwischen den Herrschern
der Handel treibenden Länder. Stücke aus Gold, Silber, Elfenbein und Fayence wurden verschenkt, um politische
Bündnisse zu schließen oder zu bekräftigen.
Die Texte, die Informationen über den Handel und fremde Gesandte liefern, erfuhren wir auf den Wänden
ägyptischer Gräber, aber mehr als sie verraten uns die Gegenstände selbst. Nur sie erzählen,
was gehandelt wurde, aber nicht, wie es gehandelt wurde. Schiffswracks sind in dieser Hinsicht nützlich, weil
sie Einblick in den Handel der alten Zeit geben.
Die von Prof. Dr. George Bass geleitete Mannschaft begann schließlich im Jahre 1984 mit den Tauchgängen
und Grabungen. Bass hatte vorher bereits mehrere alte Wracks an der türkischen Küste untersucht. Da das
Schiff in 45 Meter Tiefe lag, konnten die Taucher von Anfang an nur jeweils 20 Minuten unter Wasser bleiben. Mehr
noch - der Meeresboden fällt dort ziemlich steil ab und ist mit Felsbrocken übersät. Immerhin gab
es einige spektakuläre Funde.
Das Schiff ist zum größten Teil verfallen, aber ein Teil des Rumpfs ist erhalten. Für die verzapften
Planken und den Kiel hat-te man Tannenholz verwendet. Die Ladung bestand aus über 250 nahezu rechteckigen
Kupferbarren, die insgesamt mindestens 6 Tonnen wogen. Analysen zeigten, daß das Kupfer in Zypern gefördert
wurde. Von dort stammte damals der größte Teil dieses wichtigen Metalls, und darum nannten die Griechen
die Insel »Kupfer«. Außerdem hatte das Schiff Zinnbarren geladen, die möglicherweise aus
Afghanistan stammten. Zu den exotischeren Rohstoffen an Bord gehörten Barren aus Blauglas, das die Mykener
zu Schmuck verarbeiteten. Den Linear-B-Tafeln können wir entnehmen, daß aus der einen Tonne Terebinthenharz
auf dem Schiff Parfüm, aus dem ägyptischen Ebenholz, ebenso wie aus dem Nashorn- und Elefantenelfenbein
Möbel hergestellt werden sollten.
Organische Stoffe bleiben unter Wasser oft viel besser erhalten als an Land, und das gilt auch für das Wrack
bei Ulu Burun, in dem Eicheln, Mandeln, Feigen, Oliven und Granatäpfel gefunden wurden. Man weiß nicht,
ob es sich um Proviant oder um Fracht handelte. Ein Teil der gefundenen Töpferwaren wurde sicherlich an Bord
benötigt, aber man fand auch einen großen Behälter, in den zypriotische Töpfe sorgfältig
verpackt worden waren. Gold-und Silberschmuck sowie Bronzewerkzeuge und -waffen wurden ebenfalls aus dem Wrack
geborgen.
Über die Herkunft des Schiffes gibt es viele Vermutungen, die jedoch nicht sehr weit führen, da man im
Wrack Gegenstände aus Mykene, Zypern, Kanaan, Persien, Ägypten und Assyrien fand und die persönliche
Habe der Besatzung ebenfalls aus vielen Län-dern stammte. Möglicherweise war ein großer Teil der
Ladung für einen mykenischen Palast bestimmt, aber es kann auch sein, daß Kaufleute an Bord waren, von
denen einer jene hölzerne Schreibtafel benutzte, die ebenfalls erhalten blieb. |
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